Im Jahr 2020 ist die Welt von Ungleichheit und Krisen geprägt.
Die Probleme der Gegenwart sind der Grund, warum Menschen eine andere Gesellschaft wollen.
Sie zu verstehen ist der Ausgangspunkt für unsere Vision.

Krisenhaftes Wirtschaftssystem

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist instabil und verursacht ständig Krisen. Es produziert Gewinne für Wenige auf Kosten Vieler, untergräbt die Demokratie, schließt viele Menschen aus und zerstört dabei die Natur. Dem Ziel, Wirtschaftswachstum zu generieren, werden andere Gesellschaftsziele untergeordnet. Es wird vor allem das hergestellt, was Gewinne abwirft – und nicht, was sinnvoll und notwendig ist.

Wir wollen eine stabile, demokratische und gerechte Wirtschaft, in der die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund stehen und die Lebensgrundlagen dauerhaft erhalten werden.

Zunehmende Ungleichheit

Gegenwärtig ist die Gesellschaft – vor allem die Weltgesellschaft – zutiefst gespalten: unvorstellbarer Reichtum in der Hand Weniger steht großer Armut bei Vielen gegenüber. Die Schere geht immer weiter auseinander. Viele Menschen in Europa und Deutschland profitieren von der „imperialen Lebensweise“. Also einer Art zu konsumieren, zu arbeiten und zu leben, die auf prinzipiell unbegrenztem Zugriff auf Arbeit und Umwelt im globalen Maßstab basiert und somit auf Kosten von Menschen (und Natur) in anderen Weltregionen geht. Trotzdem ist auch in den kapitalistischen Zentren, wo sich die Vorteile der imperialen Lebensweise häufen, die Ungleichheit riesig und wächst. Dies steht nicht nur sozialer Gerechtigkeit als Wert an sich entgegen, sondern vertieft die unterschiedlichen Machtverhältnisse. Das extrem ungleich verteilte Eigentum an Finanzmitteln, Wohnraum, Boden und Produktionsmitteln steht gleichberechtigter Teilhabe an der Gesellschaft entgegen und ist zutiefst undemokratisch. Auch Arbeit ist ungleich verteilt. Dies gilt besonders für Fürsorgetätigkeiten, die in der politischen und wirtschaftlichen Sphäre oftmals ausgeblendet, schlecht bezahlt und immer noch hauptsächlich von Frauen* verrichtet werden.

Wir wollen umfassende soziale Gerechtigkeit und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe für alle.

Mangelnde Demokratie

Die parlamentarische Demokratie ist eine gesellschaftliche Errungenschaft. Doch die Beteiligungsmöglichkeiten und -zugänge in ihr sind grundlegend beschränkt. Zum einen können sich viele Menschen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position nicht oder nicht ausreichend an demokratischen Entscheidungen beteiligen. Etliche sind vom Politikbetrieb frustriert. Menschen mit hohen Einkommen und mehr formaler Bildung verfügen über mehr Ressourcen – wie Zeit und Kontakte –, die ihnen eine aktive Rolle in der Zivilgesellschaft und demokratische Teilhabe erleichtern. Zum anderen ist der Teil der formalen demokratischen Beteiligung auf wenige Fragen und die Wahl von Parteien und Politiker*innen begrenzt. Dies ist eine sehr eingeschränkte Form von Demokratie.

Wir wollen, dass alle Menschen gleichberechtigt an allen Entscheidungen mitwirken können, die ihr Leben betreffen.

Ausbeutung & Zerstörung der Lebensgrundlagen

Das bestehende Verhältnis von Menschen zur nicht-menschlichen Umwelt ist durch Aneignung und Herrschaft geprägt. Das derzeitige Wirtschaften basiert auf massiver Ausbeutung der Natur, um Gewinne zu erwirtschaften, Wachstum zu erzielen und um moderne, ressourcenintensive Lebensstile zu ermöglichen. Weiter steigende Emissionen, das sich beschleunigende Artensterben und zerstörte Ökosysteme weltweit sind das Ergebnis eines wachsenden Ressourcenverbrauchs und industrieller Landwirtschaft. Nicht-menschliches Leben wird allein um des Profits willen zerstört und anderen Lebewesen unnötig Leid zugefügt. Davon profitieren vor allem Unternehmen sowie die globalen Mittel- und Oberschichten. Negativ betroffen sind dagegen weltweit Menschen mit wenig Geld und Privilegien. Ihnen fehlen die finanziellen Ressourcen, sich gegen die Folgen der Klimakatastrophe, Bodendegradation oder die Zerstörung von Ökosystemen zu schützen.

Wir wollen die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig und für alle Lebewesen erhalten.

Herrschaft und Diskriminierung

Im Jahr 2020 ist die Gesellschaft geprägt von Herrschaftsverhältnissen, die Menschen in Gruppen einteilen, von denen manche Vorteile und viele Nachteile haben: Mann/Frau, weiß/Schwarz/Person of Colour, queer/hetero, cis/trans, gesund/be_hindert, bürgerlich/Arbeiter*in, christlich/muslimisch/jüdisch, Erwachsene*r/Kind, usw. Das führt dazu, dass Menschen entweder privilegiert oder diskriminiert werden, allein aufgrund ihrer angenommen Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlich geschaffenen Gruppe. Diese Diskriminierungsformen – wie Rassismus, Klassismus oder Sexismus – sind miteinander verschränkt und überkreuzen sich. Die dadurch verfestigten Machtverhältnisse prägen alle gesellschaftlichen Bereiche, sie zeigen sich beispielsweise in Gesetzen, auf dem Arbeitsmarkt, durch persönliche Ausgrenzung und sexuelle Belästigung oder in Normen und Werten, in Kunst und Literatur.

Wir wollen eine herrschafts- und diskriminierungsfreie Gesellschaft.

Entfremdung, Stress und Angst

In der gegenwärtigen Gesellschaft stehen nicht nur soziale Ungleichheiten, Machtverhältnisse und Naturzerstörung einem guten Leben entgegen, sondern auch viele andere Zwänge und Krisen moderner kapitalistischer Gesellschaften. So gehen viele Menschen einer Lohnarbeit nach, die sie selbst für sinnlos, unnötig oder schädlich halten. Die Beschleunigung und Verdichtung in allen Lebensbereichen verschärft die Entfremdung von sich selbst, vom eigenen Tun und von Anderen. Dies löst Stress, Burnout und Unzufriedenheit aus und führt zu einer dauerhaften Krise der Sorgetätigkeiten, die nur unzureichend erledigt werden können. Konkurrenz ist das Leitprinzip der Wirtschaft und der internationalen Beziehungen – das führt zu permanenter Angst vor Arbeitsplatzverlust, Altersarmut, sozialem Abstieg und Krieg.

Wir wollen eine Gesellschaft, die allen Menschen ermöglicht, ein selbstbestimmtes, friedliches, freudvolles und gutes Leben zu führen.

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